Der falsche Startpreis kostet Sie 50.000 €

Sie möchten Ihr Haus in Güglingen, Brackenheim oder dem Zabergäu verkaufen – und natürlich zum bestmöglichen Preis. Ich verstehe das. Doch in meiner täglichen Arbeit als Immobilienmaklerin in der Region Heilbronn erlebe ich immer wieder dasselbe Muster: Eigentümer setzen den Startpreis zu hoch an, weil sie „noch Verhandlungsspielraum" wollen. Das Ergebnis ist kein besserer Verkaufserlös – sondern oft ein Verlust von 50.000 Euro oder mehr. Ich erkläre Ihnen, warum das so ist und wie Sie es besser machen.

Was die Zahlen wirklich sagen: Studie mit 1.000+ Verkäufen

Die Kreissparkasse Köln hat in einer empirischen Studie über 1.000 Verkaufsimmobilien den Zusammenhang zwischen Angebotspreis, erzieltem Erlös und Vermarktungsdauer untersucht. Die Ergebnisse sind eindeutig und gelten genauso für den Immobilienmarkt Brackenheim und den Landkreis Heilbronn: Wenn bei Immobilienverkäufen ein Preisaufschlag von 20 % veranschlagt wird, beträgt der durchschnittliche Verkaufserlös lediglich 85 % des Marktwertes – und im Durchschnitt dauert es 379 Tage, um eine solche Immobilie zu vermarkten, also länger als ein Jahr.

Rechnen wir das auf unsere Region durch: Der durchschnittliche Kaufpreis für Häuser in Brackenheim liegt laut ImmoScout24 bei 3.641 €/m² – die teuerste Immobilie erreicht momentan 4.685 €/m². Bei einem typischen Einfamilienhaus mit 140 m² Wohnfläche ergibt das einen Marktwert von rund 510.000 €. Angenommen, der Marktwert liegt bei 320.000 Euro: Wird die Immobilie mit einem Preisaufschlag von 20 % angeboten, liegt der Angebotspreis bei 384.000 Euro – doch nach über einem Jahr beträgt der Verkaufserlös nur noch 272.000 Euro. Ein Verlust von 48.000 Euro, Zinsverluste noch nicht berücksichtigt.

Preisaufschlag über Marktwert Erzielter Erlös (% des Marktwertes) Durchschn. Vermarktungsdauer
+ 5 % ≈ 100 % ca. 63 Tage
+ 10 % 97 % 281 Tage
+ 20 % 85 % 379 Tage

Quelle: Kreissparkasse Köln, Empirische Studie, Mai 2023, über 1.000 Verkaufsimmobilien [1]

Warum überhöhte Preise Ihre Immobilie „verbrennen"

Als Immozwerg kenne ich den Markt im Zabergäu sehr genau. Wer ein Haus in Güglingen oder Brackenheim zu teuer inseriert, erlebt zunächst Besichtigungsanfragen – aber keine Kaufangebote. Ein marktgerechter Preis verkürzt im Regelfall die Vermarktungsdauer, da sich schneller ein Käufer findet. Verkäufer mit überhöhten Preisvorstellungen müssen sich indes auf eine längere Zeit mit frustrierenden Preisverhandlungen einstellen.

Hinzu kommt der digitale Verfallseffekt: Die Algorithmen von ImmoScout24, Immowelt und Kleinanzeigen sind auf „Frische" programmiert – neue Listings werden prominent platziert, während ältere Inserate gnadenlos nach unten durchgereicht werden. Wer dann nach Monaten den Preis reduziert, signalisiert dem Markt Schwäche. Führen Sie eine Preisreduktion durch, besteht die Vermutung, dass die Immobilie bereits über mehrere Monate erfolglos auf dem Markt ist und nun hastig verkauft werden soll – das setzt Immobiliensuchende in eine optimale Verhandlungsposition, um möglicherweise unter dem neuen Angebotspreis zu kaufen.

Auch der Energiezustand Ihrer Immobilie spielt dabei eine wachsende Rolle: Bei 3 von 4 Immobilien, die innerhalb der letzten 12 Monate von Privateigentümern verkauft wurden, hatte die Energieeffizienz einen Einfluss. Bei rund jeder 2. Immobilie fiel der Abschlusspreis aufgrund des energetischen Zustands niedriger aus als erwartet. Wer also einen schlechten Energieausweis mit einem überhöhten Startpreis kombiniert, hat doppelt schlechte Karten.

Die richtige Preisstrategie für Ihr Haus im Zabergäu – in 5 Schritten

  1. Professionelle Immobilienbewertung einholen
    Der Marktwert Ihrer Immobilie ist die einzige solide Basis. Eine zu hohe Forderung kann mögliche Interessenten abschrecken. Ein zu niedriger Anfangspreis wiederum verbaut wichtigen Verhandlungsspielraum, weil Käuferinnen und Käufer meist ein kleines Zugeständnis erwarten. Lassen Sie Ihr Haus von einer Fachperson bewerten – nicht von einem Online-Rechner allein.
  2. Startpreis realistisch mit kleinem Puffer kalkulieren
    Bei einer klassischen Angebotspreisstrategie setzt man den Angebotspreis etwa 5 bis 10 % über dem Marktwert an – so schafft man Spielraum für Verhandlungen, ohne potenzielle Käufer abzuschrecken. Alles darüber hinaus kostet Sie Geld und Zeit.
  3. Lokale Vergleichswerte kennen und nutzen
    Der durchschnittliche Kaufpreis für Häuser im Landkreis Heilbronn liegt bei 3.647 €/m². Aber: Lage, Baujahr, Energieklasse und Grundstücksgröße in Güglingen, Schwaigern oder Brackenheim unterscheiden sich erheblich. Diese Feinheiten kennt nur, wer täglich vor Ort ist.
  4. Die ersten zwei Wochen optimal nutzen
    Wer nach sechs Wochen noch nicht verkauft hat, muss damit klarkommen, dass bereits 70 Prozent des gesamten Marktpotenzials an ihm vorbeigezogen sind. Die erste Phase der Vermarktung ist Gold wert – verschwenden Sie sie nicht mit einem unrealistischen Preis.
  5. Energetischen Zustand transparent einpreisen
    Nicht jede ältere Immobilie muss vor einem Verkauf umfassend modernisiert werden. Oft ist es sinnvoller, den tatsächlichen Zustand sauber zu dokumentieren und die Preisstrategie daran auszurichten. Ehrlichkeit schützt Sie vor bösen Überraschungen in der Verhandlung.

Fazit

Der Startpreis beim Immobilienverkauf ist keine Verhandlungstaktik – er ist Ihre wichtigste strategische Entscheidung. Ein Aufschlag von 20 % über dem Marktwert kostet Sie im Schnitt fast 50.000 Euro und mehr als ein Jahr Nerven. Das muss nicht sein. Als Andrea Heinz, Ihre Immozwerg-Maklerin aus Güglingen, kenne ich die Preise im Zabergäu, in Brackenheim und im Raum Heilbronn genau – und ich sage Ihnen ungeschminkt, was Ihre Immobilie wirklich wert ist. Lassen Sie uns gemeinsam die richtige Strategie für Ihren Verkauf entwickeln. Besuchen Sie mich auf immozwerg.com oder rufen Sie mich direkt an: 0173 8660756. Ich bin für Sie da.


Quellen

  1. Kreissparkasse Köln, Empirischer Marktbericht, Mai 2023. ImmoScout24 – Preisverhandlung beim Hausverkauf
  2. immowelt Pressemitteilung, September 2025. immowelt.de – Makler inserieren zu marktüblicheren Preisen als Privatverkäufer
  3. immowelt Pressemitteilung, November 2024. immowelt.de – Schlechte Energiebilanz als Preisdämpfer
  4. ImmoScout24 Preisatlas, Heilbronn (Kreis) & Brackenheim, Stand 2025. ImmoScout24 – Immobilienpreise Brackenheim
  5. Verbraucherzentrale, Ratgeber „Meine Immobilie verkaufen, verschenken oder vererben". verbraucherzentrale.de – Immobilie verkaufen