Alle Portale – klingt gut, bringt aber was?

Ah, der Klassiker. Sie sitzen beim Erstgespräch, der Makler lehnt sich zurück, lächelt breit und sagt: „Wir inserieren natürlich auf allen Portalen." Pause für Wirkung. Sie nicken beeindruckt. Dabei hätten Sie genauso gut fragen können: „Und wie viele Portale schauen sich Käufer im Zabergäu eigentlich wirklich an?" Die Antwort wäre ernüchternder als das Lächeln suggeriert.

Zwei Portale dominieren – der Rest ist Kulisse

Der deutsche Immobilienmarkt ist, was Online-Reichweite betrifft, alles andere als gleich verteilt. ImmoScout24 erzielte im Oktober 2024 rund 41 Millionen Visits weltweit und war das führende deutsche Immobilienportal. Immowelt und Immonet wurden 2015 unter dem Dach Axel Springer zusammengelegt und bilden die Nummer zwei auf dem deutschen Online-Immobilienmarkt. Was bleibt danach noch? Kleinanzeigen gewinnt zwar an Boden, aber es gilt: Immowelt führt bei den Objekten, ImmoScout24 bei der Reichweite und kleinanzeigen beim Preis. Alle anderen Portale zusammen? Reichweitentechnisch ein Tropfen auf den heißen Stein.

Portal Marktstellung Relevanz für Zabergäu/Heilbronn
ImmoScout24 Nr. 1 – ~41 Mio. Visits/Monat [1] ⭐⭐⭐⭐⭐ Pflicht
Immowelt Nr. 2 – starke Südpräsenz [2] ⭐⭐⭐⭐⭐ Pflicht
Kleinanzeigen Wachsend, günstig [1] ⭐⭐⭐ Ergänzung
Portal Nr. 4–20 Fragmentiert, geringe Reichweite ⭐ Marketingargument

Was Käufer wirklich machen – und wo sie suchen

Lassen wir kurz die Maklerprospekte beiseite und schauen auf das tatsächliche Verhalten der Kaufinteressenten. Insgesamt 70 Prozent derjenigen, die in der Vergangenheit schon einmal nach einer Wohnung oder einem Haus zum Kauf oder zur Miete gesucht haben, haben dafür teilweise oder ausschließlich das Internet genutzt. Kein Wunder also, dass Online-Präsenz zählt. Aber: Am häufigsten suchen die Menschen dabei bei großen Portalen wie ImmoScout24, Immowelt oder Immonet – hier schaut die Hälfte aller Suchenden nach. Ein Viertel nutzt private Inserate im Netz. Das heißt im Umkehrschluss: Wer auf Portal Nummer 8 bis 20 inseriert, erreicht vor allem... sehr wenige Menschen, die sehr viel Zeit haben. Für einen Hausverkauf in Brackenheim, Güglingen oder Zaberfeld brauchen Sie keine zwanzig Portale. Sie brauchen die richtigen zwei bis drei – mit dem richtigen Inserat zur richtigen Zeit.

Was das Versprechen „alle Portale" wirklich bedeutet

  1. Quantität statt Qualität im Inserat
    Wer auf 15 Portalen gleichzeitig inseriert, hat oft ein Einheitsexposé, das auf jedem Portal identisch aussieht – mit zu wenig Fotos, ohne professionellen Grundriss, ohne regionale Ansprache. Ein schlecht aufbereitetes Inserat auf ImmoScout24 schadet Ihnen mehr als gar kein Inserat auf Portal Nummer 12. Die Präsentation Ihrer Immobilie ist das Herzstück der Vermarktung – nicht die Anzahl der Plattformen.
  2. Regionale Relevanz wird ignoriert
    Immowelt dominiert im Süden und Immonet im Norden der Republik. Makler, die in einer der beiden Regionen aktiv sind, benötigen daher oft nur eines der beiden Portale. Im Raum Heilbronn und dem Zabergäu ist Immowelt traditionell stark vertreten – wer also reflexartig alle Portale bespielt, bucht auch Plattformen, die in unserer Region kaum jemand nutzt.
  3. Das Preissignal fehlt
    Auf wie vielen Portalen ein Objekt inseriert ist, sagt einem erfahrenen Kaufinteressenten heute etwas anderes als früher: Ein Objekt, das auf zehn Plattformen gleichzeitig erscheint, wirkt unter Umständen wie ein Ladenhüter. Interessenten im Zabergäu kennen den Markt. Ein gepflegtes, exklusiv aufgemachtes Inserat auf den Top-Portalen signalisiert Wert – kein Massenmailing an jeden Aggregator im Netz.
  4. Die Maklerkosten werden nicht transparent gemacht
    Der durchschnittliche Umsatz pro Makler-Account liegt bei ImmoScout24 bei über 1.131 Euro, bei kleinanzeigen bei 130 Euro. Wenn Ihr Makler also „alle Portale" verspricht, stellt sich die faire Frage: Auf welchen Portalen inseriert er tatsächlich premium? Ein Basis-Inserat auf einem kleinen Portal kostet ihn nichts – und bringt Ihnen genauso nichts.
  5. Der Kaufinteressent aus Heilbronn sucht lokal
    Wer ein Haus in Güglingen, Brackenheim oder Cleebronn kaufen möchte, sucht gezielt in der Region – mit Radius-Suche auf ImmoScout24 oder Immowelt. Eine überwiegende Mehrheit von 94 Prozent aller Interessenten greift mindestens einmal auf internetbasierte Angebote zurück – über Immobilienportale oder die direkte Suche via Suchmaschine. Diese Käufer landen auf zwei, drei Portalen. Nicht auf zwanzig.

Fazit

„Wir inserieren auf allen Portalen" klingt nach Vollservice. In Wirklichkeit ist es oft ein Marketingversprechen, das kaum messbare Mehrwerte für Verkäufer in Heilbronn und dem Zabergäu bringt. Was zählt, ist nicht die Anzahl der Portale, sondern die Qualität des Inserats, die strategische Platzierung auf den Plattformen mit echter Reichweite – und ein Makler, der Ihre Immobilie in Güglingen, Brackenheim oder der gesamten Region Zabergäu wirklich kennt und gezielt vermarktet. Wenn Sie wissen möchten, wie ich Ihre Immobilie vermarkte – transparent, regional und ohne Bullshit-Bingo –, dann sprechen Sie mich einfach an: immozwerg.com oder direkt unter 0173 8660756.


Quellen

  1. SimilarWeb / Statista (November 2024). Anzahl der Visits ausgewählter deutscher Immobilienportale im Oktober 2024 – statista.com
  2. ProFido Consulting, Robert Kaiser (Mai 2024). Das Rennen der Immobilienportale bleibt spannend – profido-consulting.de
  3. Bitkom e.V. (November 2021). Immobiliensuche: 70 Prozent nutzen das Netz – bitkom.org
  4. Hochschule Luzern, Immobilienblog (Januar 2018). Such- und Entscheidungsverhalten von Immobilienkäufern – hslu.ch