Home Staging: Bringt es wirklich 10 % mehr?

Der Mythos lautet: Ein Leinenkissen hier, ein Lavendelstrauß dort – und Ihr Haus erzielt plötzlich 10 % mehr. Klingt wunderbar. Die Wahrheit ist etwas nüchterner, besonders wenn Sie im Zabergäu verkaufen und nicht in Manhattan. Ich bin Andrea Heinz, Immozwerg aus Güglingen, und ich erkläre Ihnen, warum diese Zahl mehr Marketing als Mathematik ist.

Warum glauben Makler, dass Home Staging 10 % mehr bringt?

Weil es gut klingt und weil irgendwo eine Studie existiert, die man zitieren kann. Branchenumfragen zeigen zwar positive Effekte: Laut einer Erhebung der National Association of Realtors (NAR) aus dem Jahr 2025 beobachteten 49 Prozent der Verkäufermakler eine Verkürzung der Vermarktungszeit – und ein Teil der Makler berichtet von 1 bis 10 Prozent höheren Geboten. Wohlgemerkt: Das sind Makler, die über ihre eigenen Ergebnisse berichten. Eine unabhängige Kontrollgruppe? Fehlanzeige. In Deutschland werden häufig Preissteigerungen von bis zu 15 Prozent genannt, allerdings hängt die tatsächliche Wirkung stark vom Markt, vom Objektzustand und vom Pricing ab. Das kleine Wörtchen „bis zu" trägt dabei schwer. „Bis zu 15 %" bedeutet nämlich auch: null Prozent ist mit drin. Und das kostet Sie trotzdem Geld: In der Regel zahlen Sie für professionelles Home Staging zwischen 1 und 3 Prozent des angestrebten Verkaufspreises. Bei einer Immobilie im Wert von 400.000 Euro wären das also 4.000 bis 12.000 Euro. Gezahlt werden diese ganz real – der Mehrerlös bleibt hingegen Spekulation.

Was sagt die Realität in Heilbronn und im Zabergäu?

Lassen Sie uns kurz geografisch landen: Güglingen, Brackenheim, das Zabergäu. Schöne Weinberge, solide Substanz, bodenständige Käufer. Kein Berlin-Mitte, kein Münchner Stadtplateau. Der durchschnittliche Kaufpreis für Häuser im Landkreis Heilbronn liegt bei rund 3.647 Euro pro Quadratmeter. Angenommen, Ihr Haus hat 130 Quadratmeter – dann reden wir über einen Gesamtwert von grob 474.000 Euro. Professionelles Home Staging kostet bei 1 bis 3 % des Angebotspreises – bei einem Objekt für rund 320.000 Euro (Bundesdurchschnitt) also zwischen 3.200 und 9.600 Euro. Bei Zabergäu-Preisen entsprechend mehr. Und jetzt das entscheidende Problem: Die starken Preissprünge der Boomjahre sind weg, die Nachfrage ist selektiver, Energieeffizienz und Zustand sind deutlich wichtiger geworden. Ein Käufer, der ein Haus in Brackenheim oder Güglingen sucht, schaut sehr genau auf Heizung, Dämmung und Energieausweis – und weniger darauf, ob das Sofa gut zu den Vorhängen passt. In Heilbronn wurden 2024 insgesamt 1.379 Kaufverträge abgeschlossen – 16 Prozent mehr als 2023, mit einem Gesamtumsatz von 561,1 Millionen Euro. Der Markt erholt sich also, aber er ist kein Selbstläufer mehr. Die Staging-Kosten können sich durch verkürzte Vermarktungszeiten und höhere Verkaufspreise amortisieren, wobei das Ergebnis vom Einzelfall abhängt. „Einzelfall" – das ist das ehrlichste Wort in der ganzen Home-Staging-Debatte. Was in einer leerstehenden Neubauwohnung in Heilbronn-Zentrum funktioniert, bringt beim Einfamilienhaus Baujahr 1978 in Zabergäu-Randlage vielleicht herzlich wenig. Leerstehende Immobilien profitieren am stärksten von Home Staging. Ist Ihr Haus bewohnt und möbliert? Dann sind wir schon bei einem anderen Nutzenkorridor. Und nein, die selbst gebastelte Makramee-Wand aus dem YouTube-Tutorial zählt nicht als professionelles Staging.

Fazit

Home Staging kann sinnvoll sein – in bestimmten Situationen, bei bestimmten Objekten, mit realistischen Erwartungen. Es ist kein Automatismus, und der viel zitierte „10-%-Mythos" ist das Produkt amerikanischer Studien, Makler-Selbstberichte und gut gemeinter Hochrechnungen – aber kein verlässliches Versprechen für Ihr Haus in Güglingen oder Brackenheim. Was wirklich hilft: ein sauber bewertetes Objekt, ein ehrlicher Angebotspreis und ein Makler, der den Zabergäu-Markt tatsächlich kennt – und Ihnen nicht erzählt, was Sie hören wollen, sondern was stimmt. Wenn Sie wissen möchten, was Ihre Immobilie im Zabergäu wirklich wert ist und wie Sie sie ohne teure Inszenierung optimal verkaufen, sprechen Sie mich gern an: immozwerg.com oder 0173 8660756. Andrea Heinz, Immozwerg – Ihre Maklerin vor Ort.

Lohnt sich Home Staging auch für ältere Häuser im Zabergäu?

Nur bedingt. Bei Häusern mit Sanierungsbedarf – und davon gibt es im Zabergäu reichlich – lenkt schöne Dekoration vom eigentlichen Thema ab. Käufer sehen schnell, dass hinter dem inszenierten Wohnzimmer eine Heizung von 1994 wartet. Hier ist ein realistischer Preis wirkungsvoller als jede Mietmöbellieferung.

Was kostet Home Staging bei einem typischen Einfamilienhaus bei Brackenheim?

Bei einem Objekt im Wert von rund 400.000 Euro müssen Sie mit 4.000 bis 12.000 Euro rechnen – je nach Umfang und Leerstand. Hinzu kommen Möbelmiete für typischerweise drei bis sechs Monate sowie Transport. Das Geld ist real und sofort fällig. Der versprochene Mehrerlös ist es nicht zwingend.

Gibt es günstigere Alternativen zum klassischen Home Staging?

Ja. Professionelle Immobilienfotografie, ein aufgeräumtes Objekt, frische Farbe in den Haupträumen und ein ehrlicher Angebotspreis erzielen im Zabergäu-Markt oft mehr als teure Mietmöbel. Wer möchte, kann auf virtuelles Staging zurückgreifen – das kostet einen Bruchteil des physischen Stagings und funktioniert zumindest für die Online-Präsentation auf Portalen wie ImmoScout24 oder Immowelt gut.


Quellen

  1. ImmoScout24 – Immobilienpreise Heilbronn (Kreis), Marktdaten 2025. Link
  2. Immowelt – Immobilienpreise Heilbronn, Quartalsdaten 1/2026. Link
  3. Stadt Heilbronn – Pressemitteilung: Aufschwung auf dem Immobilienmarkt (Immobilienmarktbericht 2024). Link
  4. Kettenbach Immobilien-Lexikon – Home Staging: Wirkung, Kosten, NAR-Studie 2025. Link